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30. Januar 2017

Drei Fragen an Alexander Borisov, Robert Bosch GmbH

Herr Borisov, viele kleine und mittelständische Unternehmen behandeln das Thema IT-Sicherheit noch recht stiefmütterlich. Als Gründe werden oft fehlende IT-Abteilungen oder mangelnde finanzielle Ressourcen für externe Dienstleister genannt. Wie können diese Unternehmen ihre IT dennoch unter diesen Voraussetzungen absichern?
Die Priorisierung der Themen rund um IT-Sicherheit wird an Wert gewinnen, wenn mit der Zeit größere Angriffe und folglich auch Schäden bei den Firmen zu beobachten sein werden. IT-Sicherheit wird bei vielen Unternehmen, wie zahlreiche andere Prozesse auch, einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Solange die Kosten für die Absicherung höher sind, als möglicher Schaden, werden die für die Verteidigung benötigten Maßnahmen nicht ergriffen.

Im Rahmen von IUNO wird eine cloudbasierte Fernwartung von industriellen Produktionsanlagen entwickelt. Wo liegen die Vorteile einer solchen Lösung gegenüber einer lokalen IT-Infrastruktur?
Die bereits angesprochene, zum Teil fehlende IT-Infrastruktur bei den klein- und mittelständischen Unternehmen ist ein Grund, eine Cloud-Lösung für die Fernwartung zu verwenden. Bei einer cloudbasierten Lösung muss sich der Betreiber der Anlage, die ferngewartet wird, nicht um die Verfügbarkeit der Fernwartungslösung, das Updatemanagement und die Anbindung an unterschiedliche Fernwartungsdienstleister kümmern. Das erledigt alles die zentrale Cloud-Plattform für ihn und der Betreiber kann sich auf den Betrieb der Anlagen konzentrieren.

Bei der cloudbasierten Fernwartung spielen industrielle Standards eine wichtige Rolle. Wie gewährleisten Sie bei der Entwicklung, dass sowohl Großunternehmen als auch kleine und mittelständische Firmen eine sichere Fernwartung bei sich implementieren können?
Von vornherein war unser Ziel, die zu entwickelnde Plattform sowohl den Großunternehmen als auch den klein- und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Um die Anforderungen und die Wünsche dieser Unternehmen zu verstehen und in der frühen Phase ins Projekt einfließen zu können, haben wir diese als Zielgruppe zu einem Workshop eingeladen. Dabei wurden die Anforderungen und die Wünsche der Unternehmen erfasst und bewertet.