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26. August 2016

Drei Fragen an Martin Müller, Phoenix Contact

Herr Müller, Phoenix Contact entwickelt Komponenten, Systeme und Lösungen für eine intelligente Produktion. Die Welt des digitalen Wandels ist für Sie also schon längst zur zweiten Heimat geworden?
Ja, absolut. Einerseits als Unternehmensvertreter und  Anbieter von Komponenten, Systemen und Lösungen für die intelligente Produktion, andererseits aber auch als herstellendes Unternehmen und damit als Anwender in der eigenen Produktion. Zudem gibt es noch einen dritten Punkt, denn wir stellen auch einen guten Teil unserer Produktionsmaschinen selbst her und haben so mit unserem internen Maschinenbau diesen Aspekt und die sich daraus ergebenden Anforderungen abgedeckt.

Warum ist das IUNO-Projekt so wichtig für die weitere Entwicklung der automatisierten Produktion und welchen Nutzen bringt es am Ende den Unternehmen?
Als nationales Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in Industrie 4.0 beschäftigt sich IUNO mit einem ganz wesentlichen Aspekt der intelligenten Produktion von morgen. Grundvoraussetzung für Industrie 4.0 ist die Vernetzung aller Komponenten innerhalb einer Produktionsanlage und auch die nahtlose Einbindung in die Geschäftsprozesse der Unternehmen und das über den ganzen product life cycle.

Die damit immer weiter voranschreitende Vernetzung aller Systeme innerhalb eines Unternehmens bietet auch immer mehr potentielle Einfallstore für Angreifer. Insofern muss das Thema IT-Sicherheit auch in der Produktion einen höheren Stellenwert bekommen als das bisher zum Teil der Fall ist. Hier hilft IUNO, Bewusstsein zu schaffen sowie Lösungsvorschläge zu erarbeiten, diese zu erproben und zu standardisieren. Dies bringt sowohl dem Hersteller als auch dem Anwender von Automatisierungssystemen Vorteile und damit mehr IT-Sicherheit in der zukünftigen Anwendung.

Was raten Sie besonders den kleinen und mittelständischen Unternehmen, wenn es um IT-Sicherheit geht?
Aus unserer Erfahrung heraus ist es zunächst einmal wichtig, sich bezogen auf die eigene Situation Gedanken zu möglichen Risiken und Gefährdungspotentialen zu machen. Anschließend sollte man sich auf Basis dieser Bedrohungsanalyse geeignete Schutzmaßnahmen für die eigene Situation überlegen. Hilfestellung können in der Regel hierbei Anbieter von Automatisierungssystemen oder IT-Sicherheitslösungen sowie neutrale Beratungsfirmen bieten.Am Ende geht es nicht darum so viel wie möglich zu machen, sondern so viel wie nötig, damit das System handhabbar, kosteneffizient und sicher ist.